Madeira - Geschichte

 

 

Vor rund 40 bis 10 Millionen Jahren entstand der Archipel durch unterseeische Vulkanausbrüche.

Sehr wahrscheinlich wurde Madeira bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. durch die Phönizier entdeckt. Auf der berühmten Medici-Karte von 1351 wurde Madeira erstmalig namentlich als "Isola de Lolegname" und Porto Santo als "Porto Sèo" benannt.

1418 entdeckten die portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco, Tristão Vay Teixeira und Bartolomeu Perestrelo den Madeira-Archipel "wieder". Sie betraten zuerst die kleine Schwesterinsel Porto Santo und prüften von dort eine Besiedlung Madeiras.

1419 gilt als das Jahr der Wiederentdeckung von Madeira durch Zarco. Bekannt ist, daß im 14. Jahrhundert Schiffe auf ihrer Rückfahrt von den Kanaren dort regelmäßig anlegten.

1420 beorderte Heinrich der Seefahrer die Besiedlung der Insel Madeiras. Sklaven aus Afrika, den Kanaren und später auch aus Nordamerika bauten Schiffe und Terrassen, für den Anbau von Obst und Gemüse, in die Hügel. Die üppigen Lorbeerwälder wurden dabei fast vollständig abgeholzt, da Ackerbau und Viehzucht erst durch Brandrohdung ermöglicht wurden.

1425 begann man mit dem Anbau des Zuckerrohrs, der von Sizilien eingeführt wurde.

1440 wurden von Kreta, Zypern und Sizilien die Malvasia Rebstöcke eingeführt und angebaut.

1450 steigt Madeira zum wichtigsten Zuckerrohrlieferanten auf.

1452 wurde die erste Wassermühle zur Zuckerrohrverarbeitung in Betrieb genommen. Fast zeitgleich wurden die Bewässerungskanäle (Levadas) durch maurische Sklaven angelegt. Bei diesem gefährlichen Unterfangen ließen viele ihr Leben.

1478 kam Christoph Kolumbus als Zuckerhändler erstmalig auf die Insel Madeira.

1479 heiratete Kolumbus Dona Felipa Perestelo e Moniz, die Gouverneurstochter von Bartolomeu Perestelo.

1480 laßen sich viele Europäer, davon viele italienische und flämische Händler, auf Madeira nieder. Der Wohlstand und die große Fruchtbarkeit der Insel hatte sie angelockt.

1497 wurde Funchal (bedeutet auf portugiesisch "viele Fenchel") zur Hauptstadt ernannt und erhielt 1508 Stadtrechte. Es wuchs zu der Zeit dort übermäßig viel Fenchel, was der Stadt den Namen gab.

1552 verlor der Madeira Zucker an Bedeutung. Ausgelaugte Böden und die daraus resultierenden schlechteren Ernten waren verantwortlich dafür. Die Pflanzungen wurden in Weinberge umgewandelt.

1580 schloßen Portugal und Spanien eine Personalunion. Die Verwaltung Madeiras wurde zentralisiert. 1640 revoltierten die Portugiesen gegen Spanien und die Insel wurde wieder ein unabhängiges Königreich. Die Portugiesen behielten die Zentralverwaltung der Spanier auf Madeira.

1703 schloßen Portugal und England den Methuen-Vertrag. Namensgeber war John Methuen, der als Botschafter das Abkommen aushandelte. England erhielt das Recht, Textilien nach Portugal und deren Kolonien exportieren zu dürfen. Portugal durfte Portwein nach England ausführen. Portugal wurde wirtschaftlich von England abhängig, England dagegen erhielt den Wein nur zu einem Drittel des Preises gegenüber dem französischen Wein. Dennoch verursachte dieses Abkommen einen Boom für die Portwein Produktion, vor allem im Norden Portugals.

Madeira wurde zur wichtigsten Station für Seefahrer, die nach Amerika und Indien aufbrachen. Zudem war die Insel Umschlagplatz für den Sklavenhandel aus Westafrika.

1801 - 1814 wurde die Insel durch den Napoleonischen Krieg von England besetzt. Madeira wurde der wichtigste Atlantikstützpunkt. 1807 ließen sich auf Madeira viele englische Familien nieder.

1852 zerstören Schädlinge die Weinernten und Reben. Das verursachte eine schwere wirtschaftliche Krise und zahlreiche Menschen verließen die Insel.

1860 gewann die Stickerei an Bedeutung und Madeira exportiere ihre Ware nach England.

1964 wurde der Flughafen Santa Catarina eröffnet.

1926 - 1974 herrschte eine Militärdiktatur.

1976 wurde nach der Nelkenrevolution die Demokratie eingeführt. Madeira erhielt daraufhin einen autonomen Status, das heißt eine eigene Regierung und Parlament.

1978 wurde der Sozialdemokrat Alberto João Jardim zum Präsidenten der Regionalregierung gewählt.

1986 wurde Portugal und das Madeira-Archipel Mitglied der Europäischen Union. Der Straßenneu- und Ausbau wurde gefördert und Madeira erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung.

2009 regierte der Regionalpräsident Alberto João Jardim bereits seit 30 Jahren.

 

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